Wie wichtig ist der Dialog mit China, Thomas König?
Shownotes
China bleibt für die deutsche Wirtschaft ein wichtiger, zugleich aber zunehmend schwieriger Markt. Politische Spannungen, wachsende Konkurrenz und die europäische Debatte über De-Risking verändern die Bedingungen für deutsche Unternehmen.
Was bedeutet das konkret für die Unternehmen vor Ort? Wie blickt China auf Deutschland und Europa – und wie verändert sich dadurch auch die politische Interessenvertretung der deutschen Wirtschaft?
Darüber spreche ich im Podcast mit Thomas König, Referatsleiter China bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer und beim Asien-Pazifik-Ausschuss der deutschen Wirtschaft.
Die Antworten gibt's im Podcast!
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Transkript anzeigen
00:00:03: Der Podcast
00:00:07: von
00:00:07: Politik und Kommunikation
00:00:09: mit
00:00:10: Tobias Schmidt.
00:00:26: Und wie verändert sich dadurch auch die politische Interessenvertretung der deutschen Wirtschaft?
00:00:41: Ich freue mich, dass ich darüber heute mit Thomas König sprechen kann.
00:00:44: Thomas Königs ist Director China bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer... ...und beim Asien-Pazifik Ausschuss der deutschen Wortschaft.
00:00:51: Herr König!
00:00:52: Schön, dass Sie heute bei mir
00:00:53: sind!
00:00:54: Schön das ich hier sein kann!
00:00:55: Herr Königs!
00:00:56: Sie waren vor gut zwei Wochen mit einer Delegation in Peking und Shanghai unterwegs.
00:01:02: Fassen Sie doch mal kurz zusammen.
00:01:03: Was sind die wichtigsten Erkenntnisse aus Ihrer Reise?
00:01:07: Die zentralen Erkenntnissen sind einerseits, dass sich weiterhin alles in China sehr schnell bewegt... ...dass es unglaublich viele Themen gibt, die es auf der deutsch- chinesischen Palette zu besprechen gibt, auch Probleme die man ansprechen muss.
00:01:20: Dass wir natürlich auch Herausforderungen haben in der Geopolitik und in den handelspolitischen Beziehungen.
00:01:25: aber ich bin ein Grundoptimist und bin überzeugt das Dialog der beste Weg ist um all diese Probleme zu lösen.
00:01:31: und das Gefühl habe ich auch nach meiner Reise.
00:01:35: Erzählen Sie mal kurz ein bisschen was zu Ihrer Rolle beim DHK.
00:01:39: Direktor China haben gesagt, sie machen das schon seit langer Zeit und haben da also einiges an der Chinalexpertise aufgebaut.
00:01:48: Wie sehen Sie Ihre Rolle auch wenn es darum geht die deutschinesischen Wirtschaftsbeziehungen zu beeinflussen?
00:01:54: Zu verbessern.
00:01:55: Also zunächst als Referatsleiter China oder Director China je nachdem wie man sagen möchte.
00:01:59: bei der deutschen Industrie Handelskammer Bin ich jetzt auch schon mittlerweile seit sechs Jahren.
00:02:05: Ich war vorher fünf und ein halb Jahre in Shanghai, in der Auslandshandelskammer... ...und bin dementsprechend auch einen ganz großen überzeugter Unterstützer des DIHK-IHKA-Netzwerks auch.
00:02:16: Und finde das es eine ganz große Stärke ist im Sinne der deutschen Wirtschaft aktiv zu sein und sich in meinem Fall dafür einzusetzen dass die deutschinesischen Wirtschaftsbeziehungen auch funktionieren.
00:02:27: Und generell ist es so, tatsächlich seitdem ich aus Shanghai nach Berlin gezogen bin gab es ja auch eine Veränderung in der Dynamik zwischen Deutschland und China.
00:02:35: Es wurden auch viele Sachen einfach zum ersten Mal wirklich ein bisschen ernsthafter thematisiert.
00:02:41: dann gab es natürlich letztes Jahr auch noch Eskalationen mit den USA Neuen Impulse für die Wirtschaftsbeziehung.
00:02:51: Ich sage auf jeden Fall, mein Job ist extrem spannend.
00:02:54: Er erfolgt immer eine sehr enge Abstimmung mit unserem IHK-Netzwerk weil wir sind sehr stolz darauf dass wir verstehen was die Unternehmer eigentlich brauchen.
00:03:01: also wir reden nicht immer nur über die Unternehmen sondern wir reden mit den Unternehmen.
00:03:05: Wir haben eine Reihe von Umfragen die wir auch durchführen um eben zu verstehen was ein Unternehmen jetzt zum Beispiel seinem China Geschäft braucht und wir haben unsere elf Standorte in China selbst.
00:03:15: Shanghai ist dabei der größte, wo wir eben dem direkten Dialog mit den Unternehmen aufstehen und gleichzeitig dann auch für die chinesischen Regierungen oder Lokalregierungen eben auch im Dialog sind.
00:03:25: Und ich hier in Berlin habe natürlich die große Freude besonders viel natürlich auch mit der deutschen Bundesregierung und den Unternehmen im Großraum Berlin aber eben auch bundesweit auch am Dialog zu stehen.
00:03:36: Wenn Sie jetzt so eine Delegationsreise der Wirtschaft nach China begleiten Wie läuft das dann ab?
00:03:43: wie muss man sich das vorstellen?
00:03:44: mit welchen personen sprechen sie bis auf welche Ebene.
00:03:48: Können Sie sprechen und welche forderung der deutschen wirtschaft können sie da auch konkret voranbringen?
00:03:54: Also generell es gibt da verschiedene Strukturen und wie man das eben auch machen kann so eine Reise zu gestalten.
00:03:59: Man kann das entweder klein kleiner machen, indem man einfach nur ne kleine Delegation ist oder macht es groß und nimmt zum Beispiel ein Unternehmerdelegation mit die vorher ausgewählt wurde.
00:04:11: jetzt vor zwei Wochen waren wir in einer kleinen Gruppe gemeinsam mit unserem Außenwirtschafts-Volker Trier in China und wurden natürlich exzellent betreut von unseren Kollegen in den Außenbüros, im Peking und in Shanghai.
00:04:24: Und unser Anspruch ist eigentlich eben auch deswegen weil wir auch als Organisationen sehr guten Kontakt zu der chinesischen Seite auflegen dass wir wie gesagt auf höchster Ebene die Möglichkeit haben uns auszutauschen die Petite der deutschen Wirtschaft vorzubringen und dafür zu sorgen das die chinesische Seite ein besseres Verständnis davon hat was wir uns vorstellen für eine zukunftsfähige Beziehung mit China.
00:04:48: Und deswegen, man trifft da das Handelsministerium.
00:04:51: Genauso trifft man aber natürlich auch die deutsche Seite und die deutsche Botschaft.
00:04:55: Der neue Botschafter hat gerade angefangen vor zwei Wochen im Peking seinen Posten zu übernehmen.
00:05:00: also insofern war es ein gutes Timing um auch da sich kennenzulernen und eben auf die gemeinsame Arbeit ja zu pochen und eben sich darauf zu freuen.
00:05:11: Genau!
00:05:11: Und ansonsten dadurch dass wir diese Außenstellen haben Der Vorteil, dass wir guten Zugang zu den Gesprächspartnern haben.
00:05:20: Wir reisen nicht nach China, um nicht mit China zu sprechen, sondern mit China auch, um mit den Chinesen zu sprechen.
00:05:26: Gleichzeitig muss ich immer sagen, es ist unglaublich wertvoll ... Wir haben ein großes Ehrenamt in den Vorständen der AHKs.
00:05:33: Das sind Unternehmer, die seit Jahrzehnten in China aktiv sind und die ehrenamtlich für uns tätig sind im Vorstand.
00:05:39: Die können uns sehr gut sagen, wie das Gefühl gerade ist Und so laden wir uns dann quasi auf für unsere Arbeit hier vor Ort in Berlin.
00:05:48: Wenn Sie jetzt da hingehen und mit der chinesischen Seite sprechen möchten, was nehmen Sie da an Erwartungshaltung von chinesischer Seite auch gegenüber Deutschland?
00:05:59: Gegenüber der EU war?
00:06:01: also was wünscht sich China von der europäischen Politik?
00:06:04: Erstens würde ich sagen einfach Kommunikationsbereitschaft und da werden sie vielleicht sagen das sollte doch offensichtlich sein.
00:06:09: aber tatsächlich es ist glaube ich momentan einfach auch so dass Auch auf chinesischer Seite so wahrgenommen wird, dass sich erst mal überhaupt in einen Tisch zu setzen.
00:06:18: Zumindest ein bisschen schwierig geworden ist in letzter Zeit.
00:06:21: Deswegen Dialogbereitschaft ist eine Sache.
00:06:24: Es ist absolut Legitim und auch ehrlich gesagt erhofft von chinesischen Seite Dass man auch konkret anspricht was die Probleme sind.
00:06:31: also Chinesen in der hinsicht scheuen da keine offenen Ansprachen Und machen sich da auch keine großen Gedanken drüber wenn es eben auch ein bisschen konkreter wird.
00:06:42: Aber ich glaube vor allem, worum es geht ist der chinesische Kurs.
00:06:46: wenn ich ihn so interpretieren würde ist halt man versucht einfach pragmatisch irgendwie weiterzumachen.
00:06:51: Die deutsche Seite in dem Fall hat eben auch legitime Sorgen beziehungsweise auch Hindernisse die einfach auch adressiert werden müssen.
00:06:59: Und was sind da
00:07:01: die größten?
00:07:02: Also zu unserer Umfragen, die wir jetzt auch schon seit Jahrzehnten durchführen haben.
00:07:06: Wir natürlich immer so die Top zehn Herausforderungen und das sind dann Sachen, die werden auch niemand überraschen.
00:07:12: Das ist dann einfach ... uneingeschränkterer Marktzugang, dann aber natürlich auch so etwas wie Cyber Security Maßnahmen, Datenspeicherung, administrative Hürden und Herausforderungen.
00:07:23: Aber natürlich jetzt ganz konkret momentan zum Beispiel den Exportkontrollen auf seltene Erden sind eine große Belastung für den deutschen Mittelstand.
00:07:30: also solche Themen müssen adressiert werden und man muss vor allem das ist der Vorteil dem wir haben Wir haben halt unternehmerische Beispiele die eben auch sehr plastisch darstellen können was die Herausforderung auch für die Unternehmerschaft vor Ort ist.
00:07:44: Vor Ort sowohl in China, aber eben auch hier in Deutschland und wenn man bedenkt wir haben über fünftausend deutsche Unternehmen, die seit Jahrzehnten in China aktiv sind und die über eine Million Jobs verantworten Ist das natürlich auch eine gewisse kritische Masse, die uns auch eine Gewisse Verhandlungsbasis gibt.
00:08:01: Das heißt Wir sind da in der Hinsicht und sollten auch ein selbstbewusster Verhandlungspartner sein Und dementsprechend auch unsere Petite hervorbringen.
00:08:10: Wie ist denn die generelle aktuelle Wirtschaftslage in China?
00:08:15: Generell, würde ich sagen seit Covid.
00:08:16: Ist einfach ein großes Problem was die chinesische Wirtschaft hat.
00:08:19: Einfach dass es Probleme dabei gibt den Innen- und Binnenkonsum zu anzufeuern.
00:08:24: Das heißt, einfach die Menschen sind tatsächlich auch weiterhin etwas verunsichert.
00:08:27: Wenn es einfach darum geht, wo lege ich mein Geld an oder gebe ich meinen Geld überhaupt aus?
00:08:32: Denn was passiert wenn sowas wieder passieren sollte?
00:08:35: Das sind also ganz klare psychologische Faktoren und der Binnenkonsum ist natürlich etwas, was einfach die Wirtschaft am Laufen hält.
00:08:41: Und dementsprechend gibt's da auch Initiativen seitens der chinesischen Regierung um das auch anzukurbeln.
00:08:46: Aber umso wichtiger sind dann natürlich auch Absatzmärkte, wie zum Beispiel der europäische Binnenmarkt.
00:08:50: Wo man die Produkte hinschiffen kann und ich bin ganz überzeugter Liberalist in der Hinsicht dass ich auch einen globalen Handel glaube und weniger handelsbarrieren.
00:09:02: Insofern bietet China auch viel wir bieten aber genauso viel beziehungsweise wir biten eben auch ein Absatzmarkt.
00:09:08: Wichtig ist auch zu bedenken, die Exporte aus Deutschland nach China sind stark zurückgegangen.
00:09:13: Wir sind mittlerweile nur noch auf Platz neun bzw.
00:09:15: China ist nur noch darauf Platz neunein der Absatzmärkte.
00:09:19: ich tendiere dazu zu sagen dass wahrscheinlich bis zwanzig dreißig China aus dem Top zehn rausfallen wird was eben auch wieder bedeutet das wir auch darüber nachdenken müssen welche Produkte schicken wir nach China?
00:09:29: warum schicken wie nach China?
00:09:30: Was holen wir uns aus China?
00:09:32: Also insofern, ich glaube wir sprechen heute an einem Zeitpunkt miteinander wo es einfach sehr wichtig ist drüber nachzudenken und Beziehung zu China aussehen sollte immer im Zuge einer interessensgeleitenden Außenwirtschaftspolitik Deutschlands.
00:09:43: Wo wir einfach überlegen müssen was unsere Interessen sind, was wir brauchen als Standort und wie wir da China auch einfach an Bord holen können und wo wir vielleicht mit China nicht zusammenarbeiten möchten.
00:09:55: das ist vollkommen legitim aber ich glaube da braucht man einfach auch klare Ansagen.
00:10:00: Das Stichwort, was wir gerade umschrieben haben ist der De-risking Ansatz.
00:10:05: Dass man versucht, einseitige Abhängigkeiten von China zu verringern.
00:10:11: Wie werden die Versuche eines zunehmenden De-Riskings der deutschen Wirtschaft in China wahrgenommen?
00:10:20: Also vielleicht zunächst einfach nur als Hintergrund auch für die Zuhörerschaft.
00:10:24: Der Ansatz des D-Riskings ist jetzt zurückzuführen auf die China-Strategie der Bundesregierung aus dem Jahr und sollte sich das Dokument auch anschauen.
00:10:39: Und da geht es ja vor allem eben auch um den Ansatz des, Sie haben's schon angesprochen, des De-risking aber eben auch der Diversifizierung.
00:10:46: Generell meine persönliche Einschätzung ist sowieso dass die deutsche Wirtschaft seit jeher immer einen De-Riskingansatz gefahren ist denn wir sind sehr diversifiziert und global auf allen möglichen Märkten sehr erfolgreich und sehr aktiv.
00:10:59: Dennoch kann ich den Impuls nachvollziehen, vor allem auch nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine.
00:11:05: Dass es natürlich dann auch Sensibilitäten gibt und eben auch einen gewissen Impuls um darüber nachzudenken wie unsere globalen Abhängigkeiten aussehen.
00:11:15: Und die Versifizierung ist das Mantra der Stunde.
00:11:19: Basierend auf unseren Umfragen kann ich zumindest sagen dass es momentan so aussieht, dass viele Unternehmen weiterhin sehr zugewandt im chinesischen Markt sind und noch viele Potenziale dort sehen.
00:11:29: Das heißt sowieso, wenn überhaupt dann fahren Unternehmen ein China plus eins plus zwei plus drei Ansatz.
00:11:35: Das bedeutet man bleibt in China aber dann schaut man sich vielleicht Indonesien Thailand die Philippinen und so weiter auch als zusätzliche Absatzmärkte an.
00:11:44: Aber was einfach auch wichtig ist und deswegen es ist immer wichtig auch Die politischen Initiativen mit der Unternehmer schon Realität abzugleichen.
00:11:52: viele Unternehmen Haben einfach schon Strukturen in China aufgebaut und da muss man natürlich überlegen Warum sollte es sich lohnen, momentan die Zelte in China abzubrechen bzw.
00:12:02: woanders hinzuschiffen?
00:12:04: Da ist in der Hinsicht noch ein bisschen ein Disconnect zwischen der unternehmerischen Zielsetzung und letztendlich auch der politischen Diskussion.
00:12:15: Und ehrlich gesagt ich wünschte, ich wäre wahrscheinlich auch ein besserer Brückenbauer zwischen der unternehmerischen Realität und natürlich auch den Bedürfnissen der Bundesregierung in der Hinsicht, weil es einfach ein kleines Tanz-Duell auch in einer vielerlei Hinsichte ist.
00:12:30: Weil die Ambitionen sind ja im Endeffekt zukunftsfähige Beziehungen zu China zu haben.
00:12:35: aber die Ansichten sind halt unterschiedlich wie man das erreichen kann und deswegen die Unternehmerschaft diversifiziert durchaus und hat das auch schon getan.
00:12:45: Aber ich kann jetzt trotzdem nicht sagen, dass seit der China-Strategie jetzt unbedingt viel mehr Initiativen hinsichtlich der Diversifizierung umgesetzt wurden.
00:12:55: Wobei ich mir vorstellen könnte, dass eigentlich so die erwartete Entwicklung war.
00:13:02: aber das schlägt sich nicht in den Zahlen unserer Statistiken nieder bisher.
00:13:07: Aber wie wird das aus chinesischer Sicht wahrgenommen?
00:13:12: Wird der Unterschied zwischen dem D-Risking und einem Harten die Coupling da schon so verstanden, wenn sie da irgendwie politisch mit Entscheidungsträgern sprechen.
00:13:20: Wie blickt man auf diesen vorsichtigen deutschen Ansatz?
00:13:23: Ich
00:13:23: glaube genau das wichtige ist eben auch im... immer im Hinterkopf zu behalten, wie diese Debatten zu Hause eben auch im Ausland wahrgenommen werden.
00:13:30: Und einerseits kann ich sagen, dass natürlich die chinesische Seite immer ihre Hausaufgaben macht und dementsprechend natürlich auch sehr stark verfolgt was besprochen wird sowohl in Brüssel als auch in Berlin.
00:13:40: Manchmal würde ich sogar sagen tendenziell mehr das, was in Berlin besprochen wurde als das ,was in brüssel besprochen werde einfach weil auch die Beziehung zwischen Deutschland China eine nicht nur wirtschaftlich ziemlich einzigartige ist.
00:13:52: Ich denke, dass die Debatte für die chinesische Seite nachvollziehbar ist.
00:13:58: Denn die geopolitische Situation hat sich verändert... Und sicherlich auch wegen der Beziehung der transatlantischen Beziehungen und natürlich auch dem chinesischen Umgang mit den USA haben sich dann natürlich bestimmte neue Gräben aufgetan, für die man ja auch Lösungen finden muss.
00:14:13: Also insofern ich glaube nicht dass die chinesische Seite nicht nachvollziehen kann das wir über Alternativen oder eben auch über die Minimierung von Risiken oder das Großthema Wirtschaftssicherheit nachdenken.
00:14:24: Ich glaube eher es gibt ein bisschen Verstimmung beziehungsweise Konfusionen über die Kommunikation darüber weil die Signale, die gesendet werden.
00:14:33: Ich habe es vorhin ja schon angesprochen.
00:14:34: Die Unternehmerschaft sagt einerseits ist die Geschäfte laufen in China.
00:14:39: wir würden uns nur wünschen ihr könntet abcde besser machen.
00:14:42: Die Politik sagt, vielleicht wär ein bisschen weniger China besser.
00:14:46: Und dieser Diskurs, der sorgt für ein bisschen Konfusion vor allem an einem zentralistisch geführten Staat wie China in dem die Entscheidungsfindung wesentlich leichter ist und das muss man einfach auch anerkennen.
00:14:58: deswegen ich bin ein großer Freund der Demokratie.
00:15:00: aber man muss eben auch anerkennen dass das natürlich auf außenstehende sehr chaotisch und zu konsultativ wirken kann.
00:15:09: Und deswegen ist es auch das unsere Aufgabe, wir müssen auch diese Debatte eben auf der chinesischen Seite erklären und auch erklären dass das im Endeffekt wieder nur eine Interessensgeleitete aus dem Wirtschaftspolitik ist.
00:15:20: Das per se nicht ein Problem und ich ist auch für die Chinesen kein Problem.
00:15:25: Nur man muss halt schauen welche Synergien es gibt und früher waren die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen meiner Einschätzung nach ein bisschen so einen Selbstläufer.
00:15:34: Das sind sie jetzt einfach nicht mehr, hat auch mit der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu tun und wie sich auch der Wettschaftsstandort Deutschland verändert hat.
00:15:43: Und das muss man jetzt einfach auch einmünzen in die Debatte im Umgang mit China – und das müssten wir unseren chinesischen Partnern eben auch erklären!
00:15:50: Ich meine ich habe vor einem guten Jahr mal mit Felix Li gesprochen, der auch eine sehr spannende Spur war ... die, sag ich mal, Beeinflussung seines Vaters am Aufbau von Industriestrukturen in China sehr anschaulich beschrieben hat.
00:16:05: Kann ich auch sehr empfehlen das Buch?
00:16:06: Und da gibt's ja den schönen Satz irgendwie ... Früher war China abhängig vom Volkswagen.
00:16:13: Jetzt ist Volkswagen abhängiger von China.
00:16:15: Abgesehen von VW ... gibt es noch weitere Bereiche, in denen Deutschland aus ihrer Sicht tatsächlich zu abhängigen von China ist?
00:16:24: Ich meine, das Beispiel, dass natürlich immer hoch und runter besprochen wird, wo wir abhängig sind.
00:16:30: Ich will gar nicht sagen zuabhängig denn ich möchte es gar nicht bewerten sondern das ist einfach nur ein Fakt.
00:16:35: Wir sind abhängigt von China im Bereich der seltenen Erden Und wenn es da um die Produktion von Halbleitern geht, wenn es um die produktion von Permanentmagneten geht Wenn es aber auch von vielen kleinen anderen chemischen Prozessen geht Wo einfach sehr viele kleine mittelständische Unternehmen Bedürfnisse haben Manchmal sind das Tausende von Tonnen, von bestimmten Wirkstoffen die relativ zeit kurzfristig benötigt werden.
00:17:00: Da sind wir abhängig!
00:17:01: Jetzt kann man sich fragen warum sind wir davon?
00:17:03: Das hat einfach damit zu tun dass die chinesische Industriepolitik schon vor vormundzwanzig Jahren stark investiert hat in den Abbau und die Raffinerierung von seltenen Erden.
00:17:12: Das ist oft ein ziemlich dirty Business, es ist sehr herausfordernd für die Umwelt.
00:17:18: Und da hat einfach schon Dank Chaoping in den siebzigern gesehen das der Potenzial steckt in dieser Ecke der Welt und hat sich eben dann auch dazu entschlossen dass das sinnvoll wäre da zu investieren.
00:17:33: Das haben wir aus verschiedensten Gründen und damit meine ich, wir Europa nicht gemacht.
00:17:38: Und so haben sich diese Abhängigkeitsverhältnisse verändert.
00:17:41: Die Abhängigkeiten sind größer geworden weil unsere Produktpaletten sich auch verändert haben.
00:17:45: die Dinge, die wir jetzt heutzutage brauchen für unsere iPhones und für unsere Samsung-Telefone.
00:17:51: Die haben eben mehr mit seltenen Erden zu tun als es das noch der Fall vor von zwanzig Jahren war.
00:17:57: Und in der Konsequenz haben wir eben eine starke Abhängigkeit.
00:18:01: und deswegen auch die Exportkontrollen, die ja auch ohne jetzt zu komplex zu werden.
00:18:06: Aber auch im Endeffekt auch einer Nebenwirkung dessen sind das natürlich die USA und China nach dem Liberation Day am zweiten April zwanzig fünfundzwanzig eskaliert sind und dementsprechend die Export Kontrollen dann eben auch als vielleicht sogar Kolateralschaden eben auf die europäischen Märkte bezogen wurden.
00:18:25: Diese Situation haben wir jetzt nun einfach mal.
00:18:27: Und insofern glaube ich aber auch, dass es sehr sinnvoll ist diese Debatte zu führen und auch ein Bewusstsein darüber zu haben.
00:18:33: Denn erstmal wenn wir wissen wo die Abhängigkeiten sind können wir natürlich auch gucken ob wir entweder Alternativen finden oder andere Lösungen finden und insoferen.
00:18:42: Wir haben jetzt die letzten Jahre auch damit verbracht Faktenfindung zu machen zu verstehen wie unsere Abhängigkeit und unsere Lieferketten funktionieren.
00:18:51: Und jetzt natürlich im nächsten Schritt müssen wir aus dem Denken ins Machen kommen und dann eben auch Konsequenzen daraus ziehen, beziehungsweise die Unternehmen dabei unterstützen wenn sie Konsequenten darausziehen möchten dass sie das sich leisten können.
00:19:03: Da sind wir momentan.
00:19:05: Aber es gibt schon gewisse Branchen wo der Strategiewechsel besonders produziert vollzogen wird also Branchen stärker aus dem China-Geschäft zurückziehen oder nicht zurückziehen, aber stärker diversifizieren als andere?
00:19:20: Oder bestimmte Unternehmen und Industrien auf jeden Fall die sich vorher nicht so viele Gedanken darüber machen mussten.
00:19:26: Ich denke jetzt müssen sich einfach viel mehr Unternehmen da Gedanken drübermachen und das ist glaube ich die Herausforderung Und wie gesagt unserer Aufgabe es dabei die Unternehmen zu unterstützen und ihnen auch eben Lösungswege zumindest nicht aufzuzeigen Aber zumindest darüber nachzudenken gemeinsam was man eben auch machen kann.
00:19:43: Das heißt, ich glaube halt wie gesagt ob Diversifizierung oder wie sie stattfindet ist natürlich dann immer auch die Unternehmensentscheidung.
00:19:51: Aber gleichzeitig gibt es jetzt einfach bestimmte Argumente dafür dass man auch sagen kann wenn wir eben nicht nur über das nächste Jahr nachdenken sondern wo stehen wir mit China in zwanzig Jahren auf?
00:20:00: Wie sind da die Verhältnisse?
00:20:02: welche Abhängigkeiten gibt es dabei?
00:20:03: seltenen Erden?
00:20:05: Ich meine meiner Voraussage ist ich glaube nicht dass die Europäische Union jetzt in den nächsten Jahren entscheiden wird seltenerden in europa abzubauen und deswegen müssen wir vielleicht auch dann demütig frieden damit schließen dass wir diese bestehenden abhängigkeit noch erst mal haben werden.
00:20:22: Und dann kommt die diplomatien spiel.
00:20:24: da müssen über gucken wie wir dann trotzdem unsere interessen schützen können und wie wir auf den chinesen klar machen können, besonderes Interesse daran haben, dass wir stabile Beziehungen haben damit wir eben nicht in so eine Situation kommen wo es dann schwierig wird an die seltenen Erden zu kommen.
00:20:38: Also man merkt glaube ich auch die Politisierung der Wirtschaftsbeziehung ist etwas komplett Neues und auch etwas was nicht unbedingt leicht ist zu navigieren.
00:20:47: Ich in meiner Arbeit muss immer daran denken was braucht die Unternehmerschaft?
00:20:50: wie kann man die Wirtschaft unterstützen ihre Arbeit die sie schon gut macht noch besser zu machen?
00:20:56: Und da fallen jetzt eben neue Politische Kategorien rein, die man vielleicht vorher nicht bedacht hat.
00:21:03: Neben dem Thema Abhängigkeit in globalen Lieferketten spielt auch das Thema Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft gegenüber im China eine immer größere Rolle ein... häufig zieht ihr der Vorwurf, ist ja der der sogenannten Überkapazitäten der chinesischen Produktion die dann halt quasi auf die internationalen europäischen Märkte kommen und hier für unsere Unternehmen Probleme bereiten was Konkurrenzfähigkeit angeht.
00:21:30: Ich frage mich immer kann man das China wirklich zum Vorwurf machen?
00:21:34: weil ich meine im Endeffekt ist es ja dass Wirtschaftsmodell was auch Deutschland in der Europäischen Union lange sehr erfolgreich gefahren hat.
00:21:41: Ich meine, China wird sagen man kann das nicht zum Vorwurf machen.
00:21:45: Und ich meine wie gesagt es gibt ja diese Schlagworte wie zb die Überkapazitäten oder jetzt auch die Unterbewertung des Jüren also der Währung der chinesischen Währungen Die immer mal wieder auch immer aufkommen.
00:21:56: und auch hier ich glaube daran ist es wertvoll die Debatte zu haben und Es ist wertvoll auch ein Verständnis davon zu haben Wie zum Beispiel die Produktionskapazität in China auch funktionieren und welche Auswirkungen dass dann auch auf die europäischen Märkte haben kann.
00:22:09: Insofern Das ist gut, dass wir darüber sprechen.
00:22:12: Auf der anderen Seite, wenn wir in die Zahlen reinschauen bzw.
00:22:16: uns fragen, was wollen wir erreichen?
00:22:19: Problem gekannt und nicht unbedingt gebannt... Ich glaube halt deswegen, es ist auch hier wieder wichtig zu verstehen wie das bei den Chinesen eben ankommt.
00:22:28: Denn wie gesagt zum überkapazitäten Thema da gibt es chinesische Argumente dass die eben genau das eben auch sagen.
00:22:34: warum ist es jetzt für euch unfair?
00:22:38: aber wenn ihr's macht auf euren Märkten dann ist es halt eben akzeptabel und da müssen wir auch gute Antworten drauf haben.
00:22:48: Ich glaube, da sind wir auch noch übrigens in der Antwortenfindung.
00:22:50: Ich glaube aber auch diplomatisch gesehen ist es auch nicht immer hilfreich, nur mit dem Finger auf den anderen zu zeigen weil ich meine mein großes Mantra seit jeher ist das eine gute China-Politik ist immer eine gute Standortpolitik.
00:23:03: Deutschland.
00:23:03: also wir müssen viel mehr darüber nachdenken wie Deutschland aufgestellt ist als Wirtschaftsstandort wie Deutschland attraktiver sein kann wie mehr Unternehmen investieren wollen.
00:23:12: Vielleicht sind bestimmte Steuersätze für bestimmte Unternehmen zu hoch.
00:23:16: Wie kann man dafür sorgen, dass junge Menschen gerne hierhin kommen und studieren?
00:23:19: Und eben flächerein Leben in Deutschland aufbauen?
00:23:22: Darüber sollten wir viel mehr nachdenken als immer nur eine Palette an Problemen zu haben die wir den Chinesien in Anführungsstrichen vorwerfen weil ich nicht glaube das ist unbedingt die konstruktivste Art und Weise des Engagements.
00:23:34: Sind wir schon sehr auf der politischen Seite?
00:23:36: Ich würde vielleicht nochmal einen Schritt zurück machen und wirklich auf die Unternehmensperspektive Schauen beziehungsweise einmal kurz fragen wie sie das Beobachten als jemand der ja schon quasi Spokesperson ist der deutschen Wirtschaft in China oder gegenüber der chinesischen Regierung.
00:23:52: In Deutschland es ist ja üblich, dass jetzt im Hinblick zusätzlich zum Verbandswesen die großen Corporates auch selber ihre Republik Affairs Abteilungen im politischen Berlin haben ihrer Hauptstadt Büros ist ein ähnlicher Trend auch in China zu beobachten, dass es beispielsweise in Peking Büros gibt der großen deutschen Unternehmen, die dort tätig sind und auf eigene Faust-Lobbyarbeit machen oder läuft das immer noch sehr stark beispielsweise über die AHK China?
00:24:24: Also was uns wichtig ist natürlich dass wir immer auch signalisieren der Unternehmerschaft.
00:24:28: Dass wir da sind und dass wir genutzt werden sollen.
00:24:31: ich denke tatsächlich auch und ich denke vor allem an die kleinen und mittelständischen Unternehmen bevor wir zu den Corporates kommen.
00:24:36: sie müssen auch oftmals bedenken dass es einfach eine Realität in China selbst Manchmal fühlt man sich als kleines mittelschönes Unternehmen nicht so wohl, vielleicht auch die Petite der deutschen Wirtschaft vor der Zentralregierung vorzubringen.
00:24:47: Da begreife ich auch unser Netzwerk als einen sehr hilfreichen Puffer um eben auch die petita zu bündeln und dann eben der lokal regierung vorzubringe.
00:24:55: das funktioniert auch sehr gut.
00:24:56: wir haben immer auch exzellente menschen Die in china für uns arbeiten und die eben genau dass eben auch wunderbar machen.
00:25:03: Selbstverständlich, je größer das Unternehmen wird, desto natürlich hat es eben auch vielleicht andere Interessen beziehungsweise eine andere Art der Kommunikation.
00:25:11: Ich muss aber sagen also in meiner Erfahrung ist erfolgt sehr viel Abstimmung auch darin wie wir uns gegenüber der chinesischen Seite präsentieren was gut ist denn wenn wir Konsistenz sind unsere Messaging ist es auch leichter für die chinesische Seite darauf zu reagieren Und ich glaube, es spricht einfach dann auch für unsere gute Arbeit als Netzwerk.
00:25:30: Dass die Unternehmen sowohl klein als auch die groß großen uns da auch vertrauen, die Nachrichten auf eine konstruktive Art und Weise zu überbringen Wenn überhaupt etwas, was ein Trend, den ich beobachte ist.
00:25:44: Wo ich auch ermutigen würde natürlich die Hauptquartiere hier in Deutschland noch mehr Dialog zu suchen mit ihren Tochtergesellschaften in China.
00:25:51: Gerade in diesen geopolitischen Situationen wird ja immer komplexer wir haben es schon oft genug angesprochen Ist es wichtiger denn je, dass natürlich auch man ein gutes Bewusstsein darüber habt was in China dann auch gemacht wird bzw.
00:26:06: wie da die Geschäfte letztendlich laufen weil China auch einen wichtigen Markt ist plus China ist auch ein wichtiger Markt um den Asien-Pazifikraum zu erschließen.
00:26:14: das heißt strategisch sehr wichtig Und insofern ich ermutige gerne dann natürlich auch die Hauptquartiere noch mehr Dialog mit ihren eigenen Tochtergesellschaften zu führen.
00:26:24: Aber generell ist es halt so, ich glaube jetzt im Standstand Oktober zwanzig sechsundzwanzig haben verfügen wir mein sehr gutes Netzwerk, sehr gute Kommunikationswege, sehr gut Austausch-Formate.
00:26:34: weil man muss auch überlegen in der wirtschaftlichen Diplomatie ist es eben auch wichtig dass die Petita einheitlich sind und das man eben halt so gut wie möglich versucht, das breite Spektrum der Wirtschaft abzudecken und darzustellen.
00:26:49: Und das machen
00:26:49: wir.".
00:26:50: Aber sehen Sie das?
00:26:51: Sie haben ja gerade gesagt, sie ermutigen auch die Corporates hier in Deutschland den stetigen Austausch mit ihren chinesischen Ablegern zu suchen.
00:27:00: Sehen Sie dass auch deutsche Unternehmen zunehmend China-Kompetenz aufbauen, sei es in Berlin oder in den Hauptstadtrepetenzen, sei ist in Brüssel, in den Public Affairs Teams eine Entwicklung zu sehen?
00:27:12: Ich muss ganz ehrlich sagen, also China-Kompetenzförderung ist eines meiner absoluten Leidenschaftsthemen.
00:27:18: Und ich meine, ich mache jetzt China Arbeit seit über zwanzig Jahren.
00:27:21: Ich muss generell sagen, sagen wir mal so im Positiven?
00:27:24: Ich glaube das viel Raum nach oben und ich glaube da kann man auf jeden Fall einfach auch noch wesentlich mehr nicht nur finanziell sondern auch von menschlichen Kapazitäten auf jeden fall investieren fängt übrigens auch in der Bildung an, also das fängt natürlich damit an wie wir überhaupt China im Lehrplänen verankern.
00:27:44: Wie wir über China reden und auf den Unis.
00:27:48: Und wie wir dafür sorgen dass China wahrgenommen wird als ein komplexer aber wichtiger Handelspartner mit dem wir weiterhandeln werden.
00:28:01: Insofern ich glaube wenn einfach jetzt auch noch vorne schauen, ich glaube der Groschen ist gefallen.
00:28:08: Auch bei vielen Unternehmen natürlich auch dass man die Chinakompetenz erweitern muss.
00:28:13: dann kann aber auch viele Unternehmen können dann sagen ja aber wer bezahlt das denn?
00:28:17: Und das muss man eben auch immer sagen.
00:28:19: es ist immer leicht davon zu sprechen dass man strategischer sein muss, dass man langfristiger denken muss, wie gesagt China Kompetenz ausbauen muss.
00:28:27: Aber gleichzeitig muss ein Unternehmen darüber nachdenken wie es einfach wirtschaftlich bleiben kann Und insofern glaube ich generell sowohl auf Bundesebene, auf Bildungsebene und auch auf Seiten der Unterstützung der Bundesregierung.
00:28:41: Aber auch im Kleinkleinen wenn es darum geht dass ein Unternehmen über seine Zukunft nachdenkt kann man auf jeden Fall noch wesentlich mehr bei der China Kompetenzförderung machen.
00:28:48: China-Kompetenz ist übrigens auch nicht nur Sprachkompetenz, es gibt verschiedene Aspekte der China Kompetenz.
00:28:54: Sprache schadet nicht denn dann kann man besser miteinander reden.
00:28:58: aber es geht einfach wirklich um ein Verständnis dessen zum Beispiel dass China ein anderes politisches System hat und das hat konkrete Konsequenzen darauf wie man zum Beispiel auch Regularien umsetzt oder einführt vor Ort in China zum Beispiel.
00:29:12: Unkenrufe könnten sagen, dass es natürlich eine gewisse Willkür gibt im zentralistisch geführten Staat wie China der von einem auf den anderen Tag ohne Konsultation entscheiden könnte das bestimmte chemische Komponenten nicht mehr verarbeitet werden können und dann muss man vielleicht seine Fabrik für ein paar Tage schließen.
00:29:28: aus Umweltschutzauflagen ich will jetzt nicht sagen dass er schon vorgekommen ist aber es ist schon vor gekommen Komplexen Fahrtwassern lohnt es sich einfach auch, natürlich da zu investieren.
00:29:41: Wenn man die Prämisse akzeptiert, dass wir halt weiter mit China weiter handeln wollen?
00:29:46: Ja genau darum um diese Themen Chinakompetenz in deutschen Unternehmen zu stärken und auch die Dialogbereitschaft weiterhin offen zu halten soll das ja auch im China-Dialog gehen der hier an der Quadriga Hochschule am vierzehnundfünfzehnten Dezember stattfinden wird.
00:30:02: Sie werden dabei sein.
00:30:05: Ist
00:30:08: es das richtige Format zur richtigen Zeit?
00:30:10: Es ist auch mir wieder ein Anliegen, hier nochmal zu sagen.
00:30:13: Es ist ganz wichtig mit China zu sprechen und nicht immer nur über China zu reden.
00:30:17: Und insofern halte ich das für einen Format was zum Jahresabschluss eines ziemlich turbulenten Jahres.
00:30:25: sicherlich nochmal auch neue Impulse für das nächste kommende Jahr geben wird.
00:30:29: Es werden ja noch bald dann wahrscheinlich auch die deutsch- chinesischen Regierungskonsultationen sein, wo natürlich Wirtschaft ein großes Thema spielen wird.
00:30:35: aber auch wenn es darum geht einfach auf der Bundesebene eben auch dafür zu sorgen dass wir einfach mehr China Kompetenz haben glaube ich dass die Veranstaltung auf jeden Fall einen guten Beitrag dazu leisten kann.
00:30:48: Wenn man jetzt perspektivisch auf den nächsten Fünf bis zehn Jahre, sagen wir mal die nächsten fünf Jahre.
00:30:55: Das ist ja sehr kurz.
00:30:56: Kurz lebe ich alles gerade.
00:30:58: Die nächsten fünf Jahren?
00:30:59: Was ist Ihre Prognose was sich im Verhältnis zwischen Deutschland oder nehmen wir mal Europa und China am stärksten weiterentwickeln wird vielleicht auch verändern wird und wie auch in dieser ganzen Relation zu den USA?
00:31:15: also nehmen wir jetzt das Dreieck-USA EU und China wie sich da die Verhältnisse verschieben könnten.
00:31:22: Ich bin natürlich nicht zertifizierte Wahrsager, aber ich würde sagen also meine persönliche Meinung bzw.
00:31:29: eine persönliche Einschätzung ist einerseits den Trend den ich auch im Positiven habe es ja vorhin auch gesagt ich bin Optimist.
00:31:36: Beobachte ist zum Beispiel die Debatte wie wir momentan auf europäischer Ebene darüber führen wie wir mit China umgehen.
00:31:45: Sie zum Beispiel, welche Handelsschutzinstrumente es gibt?
00:31:47: Was macht man
00:31:48: z.B.,
00:31:48: wenn man den Eindruck hat oder ist nachweisbar ist, dass China wettbehörsverzehrende Maßnahmen unternimmt und wie man darauf antworten kann?
00:31:56: Das ist eine Debatte die momentan jetzt auch im Jahr zwanzig sechsundzwanzig geführt wird.
00:32:00: Wir treffen uns heute ein paar Tage bevor Handelskommissar Sefkovic den Handelsminister Wang Wentao treffen wird.
00:32:07: Und ich sage mal so, wir sind momentan in einer Phase, in der die ganzen Impulse gesetzt werden hoffentlich dazu führen werden, dass wir einen selbstbewussteren europäischen Binnenmarkt haben werden.
00:32:17: Dass wir auch klarer den Chinesen kommunizieren können die chinesien dann auch dadurch wissen werden woran sie sind mit uns.
00:32:24: ich hoffe das wir eine klare politik auch in der hinsicht haben werden dass wir rote linien aufzeigen können wo wir sagen würden das ist zum beispiel kritische infrastrukturen.
00:32:33: hier wären wir mich nicht mehr zusammenarbeiten dann wissen wie chinesen das und werden auch nicht mehr versuchen in diesen bereichen zu investieren dass man einfach eine Periode der Klarheit haben wird.
00:32:44: Momentan würde ich sagen, befinden wir uns ein bisschen in einer Phase der Konfusion aber gesunden Konfession weil wir ja Lösungen finden möchten und Antworten finden wollen und darauf folgt dann hoffentlich einfach ein bisschen mehr Klarheit die wir auch selbstbewusst eben unseren Handelspartnern kommunizieren können.
00:33:00: Ich glaube auch, dass wir eine Periode kommen in der eben auch weitere Freihandelsabkommen abgeschlossen werden.
00:33:05: In der wir also auch weiterhin weitere Allianzen auf der Welt suchen und den Handeln im Welthandel freier und leichter machen werden was eben auch helfen wird in Beziehung letztendlich zu China Und ich hoffe eben auch das auf der anderen Seite die chinesische Seite weiterhin natürlich auch denken wird, dass es sich lohnt mit Europa und natürlich auch mit Deutschland zusammenzuarbeiten.
00:33:28: Und vor allem auch, ich meine das sind die Statistiken zeigen oder so ja immer wieder... Die deutsche Wirtschaft glaubt an das Innovationspotenzial, was China auch hat.
00:33:37: Wir können von China viel lernen.
00:33:39: Wir müssen wahrscheinlich auch sehr viel von China lernen und da hoffe ich eben auch dass in dieser nächsten Periode nachdem wir dann eben vielleicht klare Handelsschutzinstrumente haben indem wir klare rote Linien haben, indem wir Klare Bereiche haben, in denen wir auch weiter kooperieren würden dass wir dann eben auch da wirklich all-in gehen und dann eben weiter das ausbauen werden.
00:33:59: Also insofern, ich bin zuversichtlich, dass die Debatten, die wir momentan führen, letztendlich dazu führen werden, dass wir einfach klare verlässlichere und zukunftsfähigere Beziehungen zwischen Deutschland & China & Europa & China haben werden.
00:34:12: Weil manchmal muss ein bisschen Chaos herrschen bevor es bis hin wieder sich beruhigen
00:34:17: wird.
00:34:18: Das ist ein schönes Schlusswort und ein sehr optimistischer Ausblick!
00:34:22: Lieber Thomas König, ich danke Ihnen sehr!
00:34:30: Das war Politik und Kommunikation, der Talk mit Tobias Schmidt.
00:34:36: Wenn Sie keine Neuigkeiten mehr von Politik und kommunikation verpassen möchten, folgen sie uns bei Instagram, LinkedIn und Twitter!
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00:35:08: Wir freuen uns auf sie.
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